Telefonnummer suchen

Fake-Profil erkennen: Ist diese Person echt?

Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am

Ein Fake-Profil verrät sich, ob auf Tinder, Bumble oder Instagram, meist an vier Dingen: Fotos, die anderswo unter anderem Namen auftauchen, grosse Gefühle vor dem ersten Treffen, Ausreden beim Videoanruf und früher oder später eine Bitte um Geld, Codes oder intime Bilder. Prüf deshalb die Fotos per Bild-Rückwärtssuche, schlag einen Live-Videoanruf vor und lass die Telefonnummer prüfen, bevor du etwas schickst. Die Schweizerische Kriminalprävention warnt: Im Internet kann alles gefälscht sein, von Fotos über Passkopien bis zu Telefonnummern.

Zuneigung, die viel schneller wächst als die vergangene Zeit, mit einer Geldforderung auf dem Höhepunkt
Das typische Muster: Die Gefühle eilen der Zeit voraus, und auf dem Höhepunkt kommt die Bitte um Geld.

Woran erkennst du ein Fake-Profil?

SignalWie es aussiehtWas du tust
Liebe vor dem ersten TreffenNach wenigen Tagen ist schon von der grossen Liebe die RedeTempo rausnehmen. Echte Gefühle halten ein Treffen aus
Perfekte Fotos, wenig AlltagWenige, sehr professionelle Bilder, keine mit Freunden, keine SchnappschüsseDie Fotos per Bild-Rückwärtssuche prüfen
Weit weg und gut situiertAngeblich beruflich im Ausland, erfolgreich, attraktiv und ohne jeden Bezug zu deinem LebenEinen Live-Videoanruf vorschlagen
Schneller Wechsel in einen MessengerWill die Dating-App rasch verlassen und auf WhatsApp oder Telegram weiterschreibenIn der App bleiben, bis du sicher bist
Bitte um Geld oder DatenEin Notfall, eine Gebühr, ein Flugticket oder eine Anlagechance in KryptoNie Geld an jemanden schicken, den du nie getroffen hast
Link zu einem TicketshopEinladung an ein Konzert oder ins Theater, dazu ein Link zu einem Shop für die TicketsTickets nur beim offiziellen Veranstalter kaufen
Videochat, der intim wirdAufforderung zu Nacktbildern oder einem intimen Videochat, danach ErpressungNicht zahlen, Kontakt abbrechen, Beweise sichern, Anzeige erstatten
Warnsignale bei Online-Bekanntschaften

Die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) rät zu zwei Fragen: Warum spricht jemand schon vor dem ersten Treffen von der grossen Liebe? Und warum möchte ein gut situierter, attraktiver Mensch aus einem fernen Land, der mit deinem Leben nichts zu tun hat, plötzlich eine Fernbeziehung mit dir? Wenn dir keine gute Antwort einfällt, ist das die Antwort. Die Masche mit dem Ticketshop hat die Polizei im März 2025 auf cybercrimepolice.ch beschrieben: Kontakt über eine Dating-Plattform, ein Vorschlag für ein gemeinsames Konzert, dann ein gefälschter Shop, der Kartendaten abgreift.

Wie prüfst du die Fotos?

Gestohlene Fotos sind das häufigste Anzeichen für ein Fake-Profil. Mach einen Screenshot vom Profilbild und prüf, wo genau dieses Bild sonst im Netz auftaucht: mit Google Lens, Bing oder TinEye oder mit der Bild-Rückwärtssuche von StoryCheck, die nach exakten und bearbeiteten Kopien sucht, ohne Gesichtserkennung. Taucht dasselbe Foto unter anderem Namen, auf der Seite eines Models oder in einem Stockfoto-Archiv auf, stimmt die Geschichte nicht.

Immer öfter sind Profilbilder auch mit KI erzeugt. Sie tauchen nirgends sonst auf, wirken aber oft zu glatt: verschwommene Hintergründe ohne Details, merkwürdige Hände, Ohrringe oder Brillengestelle, die links und rechts nicht zusammenpassen. Hier ist ein Live-Videoanruf die bessere Prüfung.

Was verrät die Telefonnummer über ein Profil?

Wer dir seine Nummer gibt, gibt dir einen Prüfpunkt. Eine Person, die angeblich in Zürich oder Bern lebt, hat in aller Regel eine Schweizer Handynummer mit 075 bis 079. Eine ausländische Nummer, eine virtuelle Nummer oder eine VoIP-Nummer ohne jede Spur passt schlecht zu dieser Geschichte. Eine Rückwärtssuche zeigt die Anschlussart, einen möglichen Namen, ob die Nummer auf WhatsApp aktiv ist, samt Profilbild, wenn sichtbar, und offen verknüpfte Profile, ohne dass die Person davon erfährt.

Seit dem 1. Juli 2026 werden Anrufe aus dem Ausland, die eine Schweizer Handynummer anzeigen, gekennzeichnet und ohne Nummer zugestellt oder blockiert. Fehlt bei einem Anruf deines Online-Kontakts die Nummer, obwohl er angeblich in der Schweiz ist, frag nach. Für SMS und Chat-Nachrichten gilt diese Regel nicht.

Wie prüfst du, ob die Geschichte stimmt?

  1. 1

    Einen Live-Videoanruf vorschlagen

    Ein kurzer Videoanruf zu einer Zeit, die du bestimmst. Wer immer eine Ausrede hat, ob Kamera kaputt, schlechtes Netz oder Dienstvorschrift, hat meist einen Grund dafür.

  2. 2

    Details gegenprüfen

    Passen Beruf, Wohnort und Lebenslauf zu öffentlichen Spuren, etwa zu einem Firmenprofil oder zur Website des Arbeitgebers? Wer angeblich in Luzern arbeitet, kennt die Stadt.

  3. 3

    Nach dem Namen suchen

    Such den Namen, den du kennst, zusammen mit dem Wohnort. Die Personensuche hilft, Namensvettern auszuschliessen.

  4. 4

    Mit jemandem darüber reden

    Erzähl einer Vertrauensperson von der Bekanntschaft. Aussenstehende sehen Widersprüche oft schneller, gerade wenn Gefühle im Spiel sind.

Was tust du, wenn es ein Fake ist?

  • Kein Geld schicken, keine Codes weitergeben, keine intimen Bilder senden, auch nicht «nur dieses eine Mal».
  • Beweise sichern: Screenshots vom Profil, von den Chats und von jeder Zahlungsaufforderung.
  • Das Profil in der App oder auf der Plattform melden und die Person blockieren.
  • Bei Erpressung mit Bildern oder Videos: nicht zahlen und den Kontakt sofort abbrechen, so rät es die SKP. Danach Anzeige bei der Kantonspolizei erstatten.
  • Wenn Geld geflossen ist: sofort die Bank anrufen und Anzeige erstatten. Wie diese Masche abläuft, beschreibt der Ratgeber Love Scam erkennen.

Und bitte: Schäm dich nicht. Wer auf ein Fake-Profil hereinfällt, war nicht naiv, sondern ist an Leute geraten, die das professionell betreiben. Genau deshalb lohnt sich die Anzeige, und genau deshalb hilft es, darüber zu reden.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich ein Fake-Profil auf Tinder oder Bumble?

An Fotos, die anderswo unter anderem Namen auftauchen, an sehr schnellen Liebesbekundungen, an Ausreden beim Videoanruf und am Wunsch, rasch in einen Messenger zu wechseln. Spätestens eine Bitte um Geld, Codes oder intime Bilder ist ein klares Zeichen.

Kann ich prüfen, ob die Telefonnummer eines Online-Kontakts echt ist?

Ja. Eine Rückwärtssuche zeigt, ob es eine Schweizer Handynummer, eine ausländische oder eine VoIP-Nummer ist, ob sie auf WhatsApp aktiv ist und welche Profile offen damit verknüpft sind. Die Person erfährt nichts von der Prüfung.

Was mache ich, wenn jemand mit intimen Bildern droht?

Nicht zahlen, den Kontakt abbrechen, alle Beweise sichern und Anzeige bei der Polizei erstatten. So rät es die Schweizerische Kriminalprävention. Eine Zahlung beendet die Erpressung nicht zuverlässig.

Ist ein Profil ohne Treffer bei der Bildersuche echt?

Nicht unbedingt. KI-Bilder und neu aufgenommene Fotos tauchen nirgends sonst auf. Ein Live-Videoanruf zu einem Zeitpunkt, den du bestimmst, ist die zuverlässigere Prüfung.

Wo melde ich ein Fake-Profil in der Schweiz?

Zuerst direkt in der App oder auf der Plattform. Ist Geld geflossen oder wirst du erpresst, erstattest du Anzeige bei der Kantonspolizei. Neue Maschen kannst du zusätzlich dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) melden.

Verwandte Ratgeber

Finde heraus, wer wirklich hinter der Nummer steckt

Die Prüfung ist privat und dauert etwa 60 Sekunden. Die Person erhält keine Benachrichtigung und erfährt nichts davon.

Nummer jetzt prüfen