Rückwärtssuche

Fake-Profil erkennen: Sechs Prüfungen gegen Catfishing und Love-Scamming

Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am

Ein Fake-Profil erkennst du mit wenigen Prüfungen: Suche die Fotos per Bilder-Rückwärtssuche, bitte um einen spontanen Videoanruf, gleiche Name, Beruf und Wohnort ab und prüfe die Telefonnummer, die dir die Person gegeben hat. Die Polizei in Deutschland rät ausdrücklich zur umgekehrten Bildersuche und warnt, niemals Geld an jemanden zu überweisen, den du noch nie im echten Leben getroffen hast.

Woran erkennt man ein Fake-Profil?

  • Wenige, auffallend perfekte Fotos, keine Schnappschüsse mit Freunden, kein Bild mit erkennbarem Ort.
  • Ein Beruf, der Abwesenheit erklärt: Männliche Fake-Profile geben sich laut polizei-beratung.de gern als Ingenieure, Architekten, Tierärzte oder US-Soldaten aus, weibliche als Krankenschwestern, Ärztinnen oder Lehrerinnen.
  • Tempo: lange Liebesbriefe und Zukunftspläne nach wenigen Tagen, ohne dass ihr euch je gesehen habt.
  • Der schnelle Wechsel aus der App zu WhatsApp oder Telegram. Tinder rät in seinen Sicherheitstipps, Gespräche in der App zu halten.
  • Ausreden, sobald es um einen Videoanruf oder ein Treffen geht, und immer neue Zwischenfälle, die ein Treffen platzen lassen.
  • Irgendwann die Geldfrage: Gebühren, Tickets, Arztkosten, Gutscheinkarten oder Kryptowährung.
Die Zuneigung steigt viel schneller als die verstrichene Zeit, auf dem Höhepunkt folgt die Bitte um Geld
Das typische Muster: erst Nähe im Eiltempo, dann die Geldfrage.

Bilder-Rückwärtssuche: Wo tauchen die Fotos noch auf?

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    Fotos sichern

    Mach Screenshots von zwei oder drei Profilbildern, am besten von denen, die am professionellsten aussehen.

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    Suchen

    Lade sie bei Google Lens, Bing oder TinEye hoch oder nutze die umgekehrte Bildersuche von StoryCheck, die nach exakten und bearbeiteten Kopien sucht, ohne Gesichtserkennung.

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    Treffer lesen

    Dasselbe Foto unter anderem Namen, auf Stockfoto-Seiten oder im Konto eines Models spricht klar für ein Fake-Profil. Die Polizei empfiehlt zusätzlich, den Namen zusammen mit dem Wort „Scammer“ zu googeln.

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    Nichts gefunden?

    Das beweist nicht, dass das Profil echt ist. Neue Fotos, private Bilder oder KI-generierte Gesichter tauchen in keiner Suche auf; dann zählen die anderen Prüfungen.

Der Videoanruf: stark, aber nicht mehr unfehlbar

Ein kurzer, spontaner Videoanruf entlarvt viele Fake-Profile, weil die Person hinter gestohlenen Fotos nicht die Person auf den Fotos ist. Ganz sicher ist er allerdings nicht mehr: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass Programme zum Gesichtstausch mit gängigen Grafikkarten teils schon in Echtzeit laufen, mit nur geringer Verzögerung. Achte deshalb auf sichtbare Übergänge am Gesichtsrand, verwaschene Zähne oder Augen, eine unpassende Hautfarbe und eine Stimme, die metallisch, monoton oder verzögert klingt. Und bitte um etwas Unvorhergesehenes, etwa den Kopf zur Seite zu drehen.

Was die Telefonnummer über ein Profil verrät

Spätestens wenn ihr zu WhatsApp wechselt, hast du eine Nummer, und die lässt sich prüfen. Eine Rückwärtssuche zeigt in etwa 60 Sekunden die Anschlussart, das Land, ob die Nummer bei WhatsApp aktiv ist, das WhatsApp-Profilbild, wenn es sichtbar ist, einen möglichen Namen und offen verknüpfte Profile. Die Person erfährt davon nichts. Passt der mögliche Name nicht zum Profil, steckt hinter der angeblichen Ärztin aus Hamburg eine VoIP-Nummer ohne Spuren oder zeigt das WhatsApp-Bild ein anderes Gesicht als die Dating-Fotos, hast du einen handfesten Widerspruch.

Übrigens: Unter den ausländischen Nummern, die Menschen in Deutschland bei StoryCheck prüfen, sind +1-Nummern aus den USA und Kanada mit 22 Prozent die häufigsten (anonyme Suchen, Juli bis September 2026). Eine +1-Nummer beweist nichts, aber sie passt schlecht zu jemandem, der angeblich um die Ecke wohnt.

PrüfungSo geht esDeckt aufGrenze
Bilder-RückwärtssucheProfilfotos bei Google Lens, Bing, TinEye oder StoryCheck suchenGestohlene und wiederverwendete FotosNeue Fotos und KI-Bilder findet keine Suche
Spontaner VideoanrufOhne lange Vorankündigung anrufen, um eine Geste bittenProfile mit fremden FotosEchtzeit-Deepfakes sind möglich
Nummer prüfenRückwärtssuche der HandynummerVoIP-Leitungen, fremde Länder, abweichende NamenEin Name ist ein möglicher Treffer, keine Gewissheit
Name plus „Scammer“ googelnName und Fotos zusammen mit dem Wort Scammer suchenBereits gemeldete BetrügerNamen lassen sich leicht wechseln
Angaben abgleichenBeruf, Arbeitgeber, Wohnort und Ausbildung prüfenErfundene LebensläufeEin zurückhaltendes Profil ist noch kein Verdacht
Die GeldfrageBeobachten, ob Geld, Gutscheine oder Krypto ins Spiel kommenDen Betrug selbstKommt oft erst nach Wochen
Sechs Prüfungen und was sie aufdecken

Wenn jemand deine Fotos für ein Fake-Profil nutzt

Auch der umgekehrte Fall kommt vor: Jemand betreibt mit deinen Bildern ein Profil. In Deutschland dürfen Bildnisse nach § 22 Kunsturhebergesetz nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden. Melde das Profil direkt bei der Plattform, sichere Screenshots mit Datum und Profil-Link und erstatte Anzeige; das geht laut polizei-beratung.de auch online bei den Onlinewachen der Länder. Hat jemand in deinem Namen Verträge abgeschlossen oder Geld verlangt, handelt es sich um Identitätsdiebstahl, dann informierst du zusätzlich deine Bank.

Du bist dir sicher? Das tust du jetzt

  1. Kontakt abbrechen, ohne lange Erklärung. Wer den Verdacht diskutiert, bekommt meist nur die nächste Geschichte zu hören.
  2. Nichts überweisen: keine Gutscheincodes, keine Kryptowährung, keine Fotos deines Ausweises.
  3. Chatverläufe, Profil-Links und Nummern sichern. Die Polizei rät, sie als Beweis auf einem Speichermedium abzulegen.
  4. Das Profil auf der Plattform melden, die Nummer bei WhatsApp melden und blockieren.
  5. Anzeige erstatten, auch wenn noch kein Geld geflossen ist. Wie die Masche dahinter funktioniert, erklärt der Ratgeber Love-Scam erkennen.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich ein Fake-Profil auf Tinder oder Lovoo?

Achte auf wenige, sehr perfekte Fotos, schnelle Liebesschwüre, den Drang, aus der App zu WhatsApp zu wechseln, und Ausreden beim Videoanruf. Suche die Profilfotos per Bilder-Rückwärtssuche und prüfe die Handynummer, sobald du sie hast. Spätestens eine Bitte um Geld ist ein klares Zeichen.

Kann man ein Fake-Profil über die Telefonnummer entlarven?

Die Nummer liefert oft den entscheidenden Widerspruch: eine VoIP-Leitung statt eines Handyvertrags, ein anderes Land oder ein anderer möglicher Name als im Profil. Eine Rückwärtssuche zeigt das in etwa 60 Sekunden, ohne dass die Person davon erfährt. Allein beweisen kann sie ein Fake-Profil nicht, sie liefert aber handfeste Hinweise.

Ist ein Videoanruf ein sicherer Beweis, dass jemand echt ist?

Er ist ein starkes Indiz, aber kein Beweis mehr. Das BSI weist darauf hin, dass sich Gesichter inzwischen fast in Echtzeit austauschen lassen. Achte auf unscharfe Übergänge am Gesicht und eine verzögerte oder metallische Stimme, und bitte um spontane Bewegungen.

Was mache ich, wenn jemand meine Fotos für ein Fake-Profil benutzt?

Melde das Profil bei der Plattform, sichere Screenshots und erstatte Anzeige, das ist auch online bei den Onlinewachen der Polizei möglich. Nach § 22 Kunsturhebergesetz dürfen deine Bilder nur mit deiner Einwilligung verbreitet werden.

Merkt die Person, wenn ich ihre Fotos oder Nummer prüfe?

Nein. Bildersuchen und Rückwärtssuchen lösen keine Benachrichtigung aus, und auch bei WhatsApp kann niemand sehen, wer sein Profil angesehen hat.

Verwandte Ratgeber

Finde heraus, wer wirklich dahintersteckt

Eine private Prüfung dauert etwa 60 Sekunden. Die Person wird nicht benachrichtigt.

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