Rückwärtssuche

Jobangebot per WhatsApp von einer fremden Nummer: So erkennst du den Betrug

Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am

Ein Jobangebot, das dich per WhatsApp von einer fremden Nummer erreicht, solltest du in Deutschland als Betrugsversuch behandeln. Die Verbraucherzentrale beschreibt das Muster so: Erst gibt es kleine Beträge fürs Bewerten von Hotels, dann sollst du eigenes Geld einzahlen, und das ist weg. Andere Varianten wollen dein Bankkonto, deinen Ausweis oder ein Video-Ident, und dann gerätst womöglich du ins Visier der Polizei.

Wie läuft der WhatsApp-Jobbetrug ab?

Die Nachricht kommt über WhatsApp, Telegram, Facebook, iMessage oder SMS und bietet einen Job von zu Hause aus an. Ein Beispiel der Verbraucherzentrale: Du sollst gegen Bezahlung auf einer großen Buchungsplattform Hotels mit fünf Sternen bewerten. Die ersten Aufgaben sind leicht, und das Geld dafür kommt tatsächlich an.

Dann wird aus dem Nebenjob ein Einzahlungsmodell. Die Aufgaben werden größer, und um sie freizuschalten, sollst du selbst Geld einzahlen. Erste Erstattungen fließen noch, damit du Vertrauen fasst, danach verschwinden deutlich höhere Beträge. Nebenbei sammeln die Täter, was sie bekommen können: deine Adresse, deinen Personal- oder Sozialversicherungsausweis und deine Bank- und Zahlungsdaten.

Grafik: Zuerst fließen kleine Beträge an dich, dann kehrt sich die Richtung um und eine Einzahlung wird verlangt
Die ersten Auszahlungen sind der Köder, nicht der Lohn.

Ein Job, bei dem du Geld einzahlen musst, um Geld zu verdienen, ist kein Job. Ein echter Arbeitgeber zahlt dir Lohn und verlangt keine Vorleistung von dir.

Welche Varianten gibt es in Deutschland?

AngebotWas du tun sollstWas wirklich passiertWer davor warnt
Bewertungs- oder AufgabenjobHotels oder Produkte bewerten, später Aufgaben-Pakete lösenNach kleinen Auszahlungen zahlst du selbst ein, das Geld ist wegVerbraucherzentrale
App-TesterApps testen und dafür ein echtes Bankkonto eröffnenDie Täter übernehmen das Konto, zum Beispiel als Einzahlungskonto für Bestellungen im Online-DrogenhandelBKA, Polizei und Zoll
FinanzagentZahlungen über dein Konto abwickeln und eine Provision behaltenDu leitest Geld aus Phishing oder betrügerischen Online-Auktionen weiterPolizei
Paket- oder WarenagentPakete annehmen, wiegen, fotografieren und ins Ausland weiterschickenStrafbarkeit wegen leichtfertiger Geldwäsche und hohe SchadensersatzforderungenPolizei Berlin
SIM-Karten-JobSIM-Karten kaufen und per Post weiterschickenDie Karten nutzen Täter für Betrug über MessengerPolizei
Falsche Jobangebote und was dahintersteckt

Warum das für dich strafbar werden kann

Bei vielen dieser Jobs bist du am Ende nicht nur Opfer. Das Bundeskriminalamt warnt, dass Menschen, die für angebliche App-Tests ein Konto eröffnet haben, selbst in den Fokus polizeilicher Ermittlungen geraten können, etwa wegen des Vorwurfs der Geldwäsche. Nach § 261 StGB macht sich schon strafbar, wer leichtfertig nicht erkennt, dass Geld aus einer Straftat stammt; dafür drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Die Polizei weist außerdem darauf hin, dass Geschädigte Schadensersatz fordern können und Banken die betroffenen Konten regelmäßig kündigen.

Woran erkennst du ein falsches Jobangebot?

  • Der Kontakt läuft nur über WhatsApp, Telegram oder E-Mail, nie über ein echtes Bewerbungsverfahren.
  • Du bekommst innerhalb weniger Stunden eine Zusage, ganz ohne Vorstellungsgespräch.
  • Die erste Aufgabe ist eine Ausweiskopie, deine Bankverbindung oder ein Video-Ident.
  • Die Bezahlung ist für einfache Tätigkeiten ungewöhnlich hoch.
  • Du sollst Geld einzahlen, um Aufgaben oder Auszahlungen freizuschalten.
  • Die Nachricht hat auffällige Sprachfehler, oder eine echte Firma wird genannt, aber mit fremden Kontaktdaten. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen tauchen solche Anzeigen auch auf Indeed, LinkedIn und Kleinanzeigen auf.
Grafik: Vier Arten eingehender Nachrichten, eine davon ist als freundlicher Türöffner markiert
Das Jobangebot beginnt wie eine ganz normale, freundliche Nachricht.

Was tust du, wenn dich so eine Nachricht erreicht?

  1. 1

    Nicht antworten, nichts anklicken

    Die Verbraucherzentrale rät, gar nicht zu reagieren und keine Links zu öffnen. Jede Antwort zeigt den Absendern, dass deine Nummer aktiv ist.

  2. 2

    Melden und blockieren

    Melde die Nummer direkt in WhatsApp und blockiere sie. Dann kann sie dir nicht mehr schreiben.

  3. 3

    Die Firma unabhängig prüfen

    Wird ein bekanntes Unternehmen genannt, such dessen Website selbst heraus und frag über die offizielle Nummer nach, ob es die Stelle und die Person wirklich gibt.

  4. 4

    Nichts herausgeben

    Keine Ausweiskopie, keine Bankdaten, kein Video-Ident und keine Einzahlung. Seriöse Arbeitgeber verlangen so etwas nicht gleich zu Beginn.

  5. 5

    Schon Daten oder Geld gegeben?

    Ruf sofort deine Bank an. Über den Sperr-Notruf 116 116 kannst du Girocard und Kreditkarte sperren lassen, ebenso die Online-Funktion deines Personalausweises. Mach Screenshots der Chats und erstatte Anzeige.

Wer schreibt dir da? Die Nummer prüfen

Bevor du irgendetwas tust, kannst du die Nummer privat prüfen. Eine Rückwärtssuche zeigt in etwa 60 Sekunden, aus welchem Land die Nummer stammt, ob es ein Handy, ein Festnetzanschluss oder eine VoIP-Nummer ist, ob sie bei WhatsApp aktiv ist und ob dort ein Profilbild oder ein Unternehmensname sichtbar ist. Ein angeblicher Recruiter eines deutschen Unternehmens hinter einer spurlosen VoIP-Nummer ist ein klares Warnsignal. Der Absender erfährt von der Prüfung nichts.

Was WhatsApp selbst über eine Nummer verrät, erklärt der Ratgeber WhatsApp-Nummer herausfinden. Kommt das Angebot per SMS, hilft SMS von unbekannter Nummer, und für Mails von angeblichen Personalabteilungen gibt es die E-Mail-Suche.

Häufige Fragen

Ist jedes Jobangebot über WhatsApp Betrug?

Nicht jede Nachricht von Personalvermittlern ist Betrug. Kommt das Angebot aber unaufgefordert von einer fremden Nummer, ohne Bewerbung und ohne Gespräch, und geht es um schnelles Geld für einfache Aufgaben, solltest du von Betrug ausgehen und nicht reagieren.

Ich habe schon kleine Beträge bekommen. Ist der Job also echt?

Nein. Genau das gehört zur Masche: Die Verbraucherzentrale beschreibt, dass erste Erstattungen gezielt Vertrauen schaffen, bevor du selbst einzahlen sollst. Zahl nichts ein und brich den Kontakt ab.

Ich habe eine Ausweiskopie geschickt. Was jetzt?

Erstatte Anzeige und halte fest, wem du wann was geschickt hast. Mit deinen Ausweisdaten können Betrüger laut Verbraucherzentrale deine Identität für illegale Geschäfte nutzen. Behalte deine Konten und deine Post in den nächsten Monaten genau im Blick.

Mache ich mich strafbar, wenn Geld über mein Konto gelaufen ist?

Das Risiko ist real: Wer fremdes Geld weiterleitet, kann sich wegen Geldwäsche strafbar machen, auch wenn er nur leichtfertig handelt (§ 261 StGB). Hör sofort auf, informiere deine Bank und geh selbst zur Polizei, statt abzuwarten.

Woher haben die Betrüger meine Nummer?

Meist nicht gezielt. Bei ähnlichen Maschen geht die Verbraucherzentrale davon aus, dass Nummern auf gut Glück angewählt werden oder aus öffentlichen Verzeichnissen, früheren Datenlecks oder automatisch gesammelten Daten stammen.

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Eine private Prüfung dauert etwa 60 Sekunden. Die Person wird nicht benachrichtigt.

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