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Jobangebot per WhatsApp: Betrug erkennen, bevor du einzahlst

Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am

Ein unaufgefordertes Jobangebot per WhatsApp, mit Homeoffice, freier Zeiteinteilung und Auszahlung pro Tag, ist in der Schweiz ein klares Betrugssignal. Meist steckt der Aufgaben-Betrug dahinter, auch Task-Scam genannt: Du bewertest Produkte oder testest Apps, bekommst kleine Beträge ausbezahlt und sollst danach eigenes Geld einzahlen, um dein Guthaben freizuschalten. Das BACS ist deutlich: Geh nicht auf Jobangebote ein, die eine Vorauszahlung verlangen.

Wie läuft der Aufgaben-Betrug ab?

Die erste Nachricht kommt über WhatsApp, oft im Namen bekannter Firmen. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) nannte im Juni 2025 Beispiele wie Manor, Zalando oder About You, deren Namen die Betrüger missbrauchen. Du erhältst Zugang zu einer professionell wirkenden Plattform und erledigst einfache Aufgaben: Produkte bewerten, Apps testen, Spiele spielen. Die ersten kleinen Beträge werden tatsächlich ausbezahlt, und genau das schafft Vertrauen.

Dann dreht sich der Geldfluss. Um das Guthaben abzuheben, müsse die Auszahlungsfunktion erst mit einer Einzahlung «aktiviert» werden, oder neue Aufträge gebe es nur gegen eine Gebühr. Jede Einzahlung zieht die nächste Forderung nach sich. In einem Fall, den das BACS beschreibt, begann alles wie ein seriöser Fernjob in einem Reisebüro; innert fünf Monaten verlor das Opfer fast 80’000 Franken.

Zuerst fliessen kleine Beträge zu dir, dann dreht sich die Richtung und eine Einzahlung wird verlangt
Die ersten Auszahlungen sind der Köder, nicht der Lohn.

Welche Varianten gibt es in der Schweiz?

  • Falsche Schweizer Firmen: Betrüger missbrauchen die Namen von Firmen, die im Handelsregister stehen, aber keine eigene Website haben, und bauen ihnen eine. Die Inserate erschienen laut BACS sogar in gedruckten Zeitungen. Bewerbende sollten den Messenger «Element» installieren, persönliche Dokumente hochladen und in einem Fall «Cryptonow»-Gutscheine für bis zu 2’500 Franken kaufen (BACS, März 2026).
  • Paketweiterleitung im Homeoffice: Eine angebliche «Schweizer Sozialhilfe» bot gut bezahlte Heimarbeit an, verlangte per WhatsApp Fotos von Pass, Identitätskarte und Führerausweis und bestellte mit gestohlenen Kreditkartendaten Waren im Namen der Opfer, die diese weiterleiten sollten (BACS, Juni 2026).
  • Finanzagent oder Money Mule: Du sollst Geld auf deinem Konto empfangen und gegen eine Provision weiterüberweisen. Laut der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) macht sich der Geldwäscherei strafbar, wer an solchen Geschäften mitwirkt (Art. 305bis StGB).
  • Falsche Personalvermittler auf LinkedIn: IT-Fachleute werden zu einem technischen Test eingeladen und sollen dafür Code herunterladen, der Schadsoftware enthält und Passwörter und Krypto-Wallets ausliest.

Echtes Angebot oder Betrug?

MerkmalSeriösBetrug
Wie der Kontakt entstehtDu hast dich beworben, oder dein Profil auf einem Stellenportal oder LinkedIn ist öffentlichUnaufgefordert per WhatsApp, SMS oder Telegram
Richtung des GeldesGeld fliesst nur zu dirDu zahlst ein, um Guthaben oder neue Aufträge freizuschalten
KommunikationMail von der Firmendomain, Gespräch per Video oder vor OrtNur Messenger wie WhatsApp, Telegram oder «Element»
LohnSchriftlicher Arbeitsvertrag mit Lohn und SozialabgabenProvision pro Aufgabe, teils in Kryptowährung
Dein BankkontoNur für deinen LohnSoll fremdes Geld empfangen und weiterleiten
AusweiskopieErst wenn der Vertrag stehtSofort per WhatsApp oder über ein Formular
TempoBewerbungsgespräch, Referenzen, BedenkzeitSofort angestellt, ohne Fragen
Seriöses Stellenangebot und Job-Betrug im Vergleich

So prüfst du den Anwerber

  1. 1

    Die Firma unabhängig suchen

    Such die Firma selbst, nicht über den Link in der Nachricht. Ein Eintrag im Handelsregister allein beweist nichts, denn das BACS beobachtet, dass Betrüger echte Registerdaten für falsche Websites verwenden. Ruf die Firma über eine Nummer an, die du unabhängig findest, und frag, ob es die Stelle und die Person gibt.

  2. 2

    Absender und Domain prüfen

    Schreibt die Anwerberin von einer Gratis-Adresse oder von einer Domain, die der echten nur ähnelt, etwa mit einem zusätzlichen Bindestrich? Das ist ein starkes Warnsignal.

  3. 3

    Die Nummer prüfen

    Eine Nummer mit ausländischer Vorwahl oder eine VoIP-Nummer ohne Vorgeschichte passt schlecht zu einer Schweizer Personalabteilung. Eine Rückwärtssuche zeigt Land, Anschlussart und das WhatsApp-Profilbild, sofern es sichtbar ist.

  4. 4

    Nie vorab zahlen

    Keine Einzahlung, keine Gebühr, keine Gutscheine, keine Kryptowährung. Wer Geld von dir will, bevor er dich bezahlt, ist kein Arbeitgeber.

  5. 5

    Dokumente zurückhalten

    Pass, Identitätskarte, Führerausweis oder Bankdaten gibst du erst ab, wenn ein echter Vertrag vorliegt und du die Firma überprüft hast.

Für die Nummer eignet sich eine Rückwärtssuche, für die Absenderadresse eine E-Mail-Prüfung. Was WhatsApp selbst über eine Nummer verrät, erklärt der Ratgeber WhatsApp-Nummer herausfinden. Die Ergebnisse sind mögliche Treffer mit einer Sicherheitsangabe, und die Person erfährt nichts von der Prüfung.

Was tun, wenn du schon eingezahlt oder Geld weitergeleitet hast?

  1. Sofort jeden Kontakt mit den Betrügern abbrechen und nichts mehr einzahlen, auch nicht für angebliche Gebühren, mit denen dein Guthaben freigegeben werden soll.
  2. Unverzüglich deine Bank kontaktieren, damit sie Zahlungen wenn möglich stoppt.
  3. Die Passwörter aller Online-Konten ändern, die du auf der Plattform oder im Chat angegeben hast.
  4. Alle Beweise sichern: Chatverläufe, Zahlungsbelege, den Namen der Plattform und die Wallet-Adressen.
  5. Anzeige bei der Polizei erstatten und das Angebot über das Meldeformular des BACS oder auf cybercrimepolice.ch melden.

Hast du Geld für jemand anderen weitergeleitet, stoppe sofort und sprich mit deiner Bank und der Polizei. Auch wer unwissentlich kriminelles Geld weiterleitet, kann sich strafbar machen, und das Konto läuft auf deinen Namen.

Häufige Fragen

Die ersten Auszahlungen waren echt. Ist der Job also seriös?

Nein. Die kleinen Auszahlungen gehören zum Plan und sollen Vertrauen schaffen, bevor die Einzahlungen beginnen. Sobald du Geld einzahlen musst, um Geld zu verdienen, ist es Betrug.

In der Nachricht stand Manor, Zalando oder About You. Ist das Angebot damit echt?

Nein. Das BACS nennt genau diese Namen als Beispiele für Firmen, in deren Namen Betrüger Jobs anbieten. Frag bei der Firma über ihre offizielle Website nach, ob es die Stelle wirklich gibt.

Ich habe meine Ausweiskopie verschickt. Was jetzt?

Erstatte Anzeige bei der Polizei und erwähne die Kopie ausdrücklich, damit ein allfälliger Missbrauch dokumentiert ist. Achte in den nächsten Monaten auf Rechnungen, Mahnungen, Bestellungen oder Kreditanfragen, die du nicht kennst, und informiere deine Bank.

Ist es strafbar, Geld für einen Arbeitgeber weiterzuleiten?

Es kann strafbar sein. Laut SKP macht sich der Geldwäscherei strafbar, wer als sogenannter Finanzagent an solchen Geschäften mitwirkt (Art. 305bis StGB), und die Polizei warnt, dass auch das unwissentliche Weiterleiten strafbar sein kann. Stoppe sofort und sprich mit Bank und Polizei.

Wo melde ich ein betrügerisches Jobangebot?

Über das Meldeformular des BACS oder auf cybercrimepolice.ch, bei einem Schaden zusätzlich mit einer Anzeige bei der Polizei. Stand das Inserat auf einem Stellenportal, informierst du auch das Portal, damit es gelöscht wird.

Darf ich einen Anwerber mit StoryCheck prüfen?

Ja, zu deinem eigenen Schutz, etwa um zu sehen, ob die Nummer überhaupt eine Schweizer Nummer ist und zu wem sie möglicherweise gehört. StoryCheck ist keine Auskunftei: Die Ergebnisse dürfen nicht für Entscheidungen über eine Anstellung, einen Kredit, eine Versicherung oder eine Wohnungsvermietung verwendet werden.

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Die Prüfung ist privat und dauert etwa 60 Sekunden. Die Person erhält keine Benachrichtigung und erfährt nichts davon.

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