SMS von einer unbekannten Nummer: einordnen, prüfen, melden
Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am
Eine SMS von einer unbekannten Nummer ist in der Schweiz meist eines von vier Dingen: eine falsch zugestellte Nachricht, Werbung, Phishing mit einem Link im Namen der Post, von TWINT, der Migros oder einer Bank, oder der freundliche Einstieg in einen Betrug. Klick keinen Link an, antworte nicht und ruf nicht zurück. Prüf die Absendernummer, melde die SMS deiner Anbieterin oder dem BACS und lösch sie danach.
Welche SMS kommen von unbekannten Nummern?
| Art | Beispiel | Was du tust |
|---|---|---|
| Paket-SMS | Ein Paket werde zurückgehalten, eine kleine Zoll- oder Portogebühr sei offen, dazu ein Link | Den Sendungsstatus nur auf post.ch oder in der offiziellen App prüfen |
| Treuepunkte oder Meilen | Cumulus-Punkte verfallen bald (Oktober 2025) oder SWISS-Meilen laufen ab, als RCS-Nachricht, die wie eine SMS aussieht (Dezember 2024) | Punkte nur in der offiziellen App oder auf der offiziellen Website ansehen |
| Angebliche Kontosperre | Absender «TWINT» droht mit der Sperrung, danach werden Nummer und PIN abgefragt (November 2024) | Nicht reagieren, TWINT nur in der offiziellen App öffnen |
| Neue Nummer eines Angehörigen | «Hallo Mami, ich habe eine neue Nummer», kurz danach eine dringende Zahlung | Die alte, bekannte Nummer anrufen |
| Freundlicher Einstieg | Ein «Hallo, ist das Sandra?» oder eine scheinbar falsch zugestellte Nachricht, die ein Gespräch anstossen soll | Nicht antworten, Absender blockieren |
| Code, den du nicht angefordert hast | Ein Bestätigungscode von WhatsApp, einer Bank oder einem Shop | Nie weitergeben, auch nicht an angebliche Bekannte |
| Kostenpflichtiges SMS-Abo | Nachrichten von einer drei- bis fünfstelligen Kurznummer | Selbst bestellt: mit dem Deaktivierungscode abbestellen, etwa STOPP und das Stichwort. Nie bestellt: die Anbieterin kontaktieren und die Rechnung prüfen |
Woran erkennst du eine gefälschte SMS?
- Ein Link, der Druck macht: Zahl heute, sonst geht das Paket zurück, verfallen die Punkte oder wird das Konto gesperrt.
- Eine Frage nach Daten, die keine seriöse Firma per SMS will. Die Post fragt nach eigenen Angaben nie per SMS oder E-Mail nach Passwörtern, Sicherheitscodes oder vollständigen Kreditkartendaten.
- Ein kleiner Betrag: Eine Gebühr von ein paar Franken wirkt harmlos, dient aber nur dazu, an deine Kartendaten zu kommen. Bei einer Planzer-Masche im August 2026 waren es CHF 5.21, damals per E-Mail.
- Ein Absender, der echt aussieht: Name und Nummer lassen sich fälschen. Die Cumulus-SMS kamen mit gefälschten Absendernummern, die TWINT-SMS mit dem Absender «TWINT».
- Eine Adresse, die fast stimmt: ein Buchstabe zu viel, eine fremde Endung oder ein Kurzlink statt der offiziellen Domain.
Antworte nicht auf Spam, auch nicht mit «Stopp». Das BAKOM rät, auf Spam-SMS gar nicht zu reagieren, keine Codewörter zu senden und keine darin genannten Nummern anzurufen. Abbestellen mit einem Deaktivierungscode ist nur bei echten Abos sinnvoll, die du selbst über eine Kurznummer bestellt hast.
Was verrät die Absendernummer?
Eine Schweizer Handynummer (075 bis 079), eine Auslandsnummer oder ein Name statt einer Nummer: Das sagt schon einiges. Ein Name wie «Post» oder «TWINT» beweist nichts, weil sich Absendernamen fälschen lassen. Bei einer echten Nummer zeigt eine Rückwärtssuche, ob es eine Handy-, Festnetz- oder VoIP-Nummer ist, ob sie auf WhatsApp aktiv ist, ob Risikosignale bekannt sind und, wenn es eine Quelle gibt, einen möglichen Namen. Die Person erfährt nichts von der Prüfung.
Gut zu wissen: Die neue Regel gegen gefälschte Schweizer Nummern bei Anrufen aus dem Ausland, die seit Juli 2026 auch für Handynummern gilt, betrifft nur Anrufe. Bei einer SMS kann die angezeigte Nummer trotzdem gefälscht sein.
Was tun, wenn du schon geklickt hast?
- 1
Seite schliessen
Keine Daten eingeben und die Seite schliessen. Das rät auch die Post.
- 2
Karte sperren lassen
Hast du Kartendaten eingegeben, ruf sofort deine Bank oder die Kartenherausgeberin an und lass die Karte sperren.
- 3
Passwörter ändern
Ändere jedes Passwort, das du eingegeben hast, und zwar überall dort, wo du dasselbe Passwort verwendest.
- 4
Anzeige erstatten
Ist Geld geflossen, erstatte Anzeige bei der Kantonspolizei, nach telefonischer Voranmeldung auf dem Polizeiposten oder in einigen Kantonen online über Suisse ePolice.
Wo meldest du Spam-SMS in der Schweiz?
| Stelle | Wofür | Wie |
|---|---|---|
| Deine Anbieterin | Wiederholte Spam-SMS | Über die Hotline oder die Meldestelle für unlautere Werbung, die jede Anbieterin betreiben muss |
| BACS | Phishing-SMS und neue Maschen | Meldeformular auf report.ncsc.admin.ch, Phishing-Seiten auf antiphishing.ch |
| cybercrimepolice.ch | Neue Betrugsmuster | Online-Meldung, dort warnt die Polizei auch laufend vor aktuellen Fällen |
| Anbieterin nach Art. 82 FDV | Name und Adresse des Absenders unlauterer Werbung | Schriftliches Gesuch, in der Regel gegen Gebühr |
| Kantonspolizei | Wenn Geld oder Daten verloren sind | Anzeige auf dem Polizeiposten oder über Suisse ePolice |
Mach vor jeder Meldung einen Screenshot mit Absender und Uhrzeit, das rät auch das BAKOM. Und klick auch beim Melden keinen Link in der SMS an.
Wie schützt du dich vor den nächsten SMS?
- Den Werbefilter deiner Anbieterin einschalten: Jede Anbieterin muss dir ein Mittel gegen unlautere Werbung zur Verfügung stellen, das du jederzeit kostenlos aktivieren und deaktivieren kannst.
- Kostenpflichtige SMS-Dienste sperren lassen, was ebenfalls kostenlos möglich ist.
- Absender direkt im Handy oder in der Nachrichten-App blockieren.
- Wer dir schreibt, er habe eine neue Nummer, bekommt einen Rückruf auf die alte. Mehr dazu im Ratgeber Schockanruf und «Hallo Mami».
- Alles zu gefälschten Paketnachrichten steht im Ratgeber Paket-SMS-Betrug.
Häufige Fragen
Soll ich auf eine SMS von einer unbekannten Nummer antworten?
Nein, wenn sie dir verdächtig vorkommt. Jede Antwort zeigt, dass die Nummer aktiv ist, und bei Betrug beginnt genau so das Gespräch. Wer dich wirklich kennt, meldet sich auch auf einem anderen Weg.
Wo melde ich eine Phishing-SMS in der Schweiz?
Beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) über das Meldeformular auf report.ncsc.admin.ch und bei wiederholtem Spam bei deiner Anbieterin. Hast du Daten eingegeben oder Geld verloren, erstattest du zusätzlich Anzeige bei der Kantonspolizei.
Fragt die Post per SMS nach Kartendaten?
Nein. Die Post fragt nach eigenen Angaben nie per SMS oder E-Mail nach Passwörtern, Sicherheitscodes oder vollständigen Kreditkartendaten. Den Sendungsstatus prüfst du am sichersten selbst auf post.ch oder in der offiziellen App, nie über einen Link in einer SMS.
Kann ich herausfinden, wer mir die SMS geschickt hat?
Teilweise. Eine Rückwärtssuche zeigt Anschlussart, WhatsApp-Status, Risikosignale und, wenn es eine Quelle gibt, einen möglichen Namen. Bei unlauterer Massenwerbung kannst du deine Anbieterin zudem nach Art. 82 FDV schriftlich um Namen und Adresse des Absenders bitten.
Was bedeutet ein Code per SMS, den ich nicht angefordert habe?
Jemand versucht, sich mit deiner Nummer bei einem Dienst anzumelden, oder hat sich vertippt. Gib den Code nie weiter, auch nicht an jemanden, der sich als Freund oder Support ausgibt, denn mit dem Code lässt sich dein Konto übernehmen.
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Die Prüfung ist privat und dauert etwa 60 Sekunden. Die Person erhält keine Benachrichtigung und erfährt nichts davon.
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