SMS von einer unbekannten Nummer
Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am
Eine SMS von einer unbekannten Nummer ist in Österreich meistens eines von vier Dingen: ein Link im Namen von Post, FinanzOnline, ÖGK oder Bank, eine scheinbar verirrte Nachricht, die ein Gespräch anfangen soll, ein angebliches Familienmitglied mit neuer Nummer oder eine echte Nachricht von Ordination, Werkstatt oder Zusteller. Tipp keinen Link an, antworte nicht und melde verdächtige Nummern der RTR unter rufnummernmissbrauch.at.
Welche SMS kursieren gerade in Österreich?
Die Absender wechseln, das Muster bleibt: eine Frist, ein Link und die Aufforderung, Daten einzugeben oder etwas zu bezahlen. Allein zwischen 23. und 29. September 2026 verzeichnete der Phishing-Alarm der Watchlist Internet SMS im Namen der ÖGK („Daten aktualisieren“), von Raiffeisen („MeinELBA Zugang läuft ab“), von Wien Energie, PayPal und Apple. Heuer im Februar warnte die Watchlist Internet außerdem vor einer neuen Runde gefälschter FinanzOnline-SMS, und im Juni stellte die ASFINAG klar, dass sie keinesfalls per SMS Zahlungen fordert.
| Angeblicher Absender | Typischer Inhalt | Was die echte Stelle sagt |
|---|---|---|
| Österreichische Post | Angeblicher Zustellversuch, Daten ergänzen, Import- oder Transportkosten zahlen | Die Post verlangt nie die Bankdaten der Empfänger und warnt selbst vor gefälschten Links wie post-kontakt.at |
| FinanzOnline | „Ihre Registrierung für die FinanzOnline ID läuft ab“, dazu ein Link | Das Finanzministerium verschickt keine SMS mit Link. Bescheide kommen per Post oder in die FinanzOnline Databox |
| ASFINAG | Offene Verkehrsstrafe oder Parkstrafe, sonst drohen Mahngebühren | Die ASFINAG verschickt keine Zahlungsaufforderungen per SMS und ist für Parkstrafen gar nicht zuständig |
| ÖGK, Wien Energie, Bank | Kundendaten aktualisieren, Zugang läuft ab | Nie über den Link anmelden, sondern die App oder die selbst eingetippte Adresse öffnen |
| Unbekannt, „Hallo Mama“ | Neue Nummer, altes Handy kaputt, bald eine dringende Überweisung | Das Kind unter der alten, bekannten Nummer anrufen |
Welche vier Arten von SMS gibt es?
- Die Link-SMS: Paket, Strafe, Rückerstattung oder gesperrter Zugang, immer mit Frist und Link. Die häufigste Art und die einfachste: nichts antippen, sondern die Sache in der offiziellen App oder auf der selbst eingetippten Website prüfen.
- Der freundliche Irrläufer: „Hallo, sehen wir uns am Donnerstag?“ oder „Bist du schon in Graz?“. Die Nachricht wirkt, als sei sie für jemand anderen bestimmt, und soll dich zu einer höflichen Antwort bringen. Aus so einem Gespräch kann Wochen später ein Anlage- oder Kryptoangebot werden.
- Der angebliche Angehörige: „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“. Laut Watchlist Internet kommt die Masche per SMS und über WhatsApp und endet mit der Bitte um eine dringende Überweisung, gern als Echtzeit-Überweisung. Mehr dazu bei Neffentrick und Hallo Mama.
- Die echte Nachricht: Ordination, Werkstatt oder Zusteller nennen etwas Konkretes, deinen Termin, dein Auto oder deine Bestellung. Auch dann prüfst du gegen deine eigenen Unterlagen und nicht gegen den Text der SMS.
Antworte nicht, auch nicht mit „falsch verbunden“ und auch nicht mit einem „STOPP“ auf eine SMS, die du nie bestellt hast. Jede Antwort bestätigt, dass hinter der Nummer ein Mensch liest, und genau das wollte der Absender wissen.
Warum kann eine Betrugs-SMS echt aussehen?
Weil sich Absender bei SMS fälschen lassen. Die RTR schreibt, dass es relativ leicht möglich ist, bei Anrufen oder SMS eine falsche Nummer oder einen falschen Absendernamen anzuzeigen, und dass Betrüger so gezielt Banken nachahmen. Die Anti-Spoofing-Verordnung, die seit 2024 gefälschte österreichische Nummern bei Anrufen weitgehend verhindert, hilft gegen gefälschte SMS-Absendernamen nicht. Seit 1. Oktober 2026 werden zwar nur noch bei der RTR registrierte Absendernamen zugestellt und zweifelhafte als „Unbekannt“ angezeigt. Eine Betrugs-SMS kann aber genauso gut von einer gewöhnlichen Handynummer kommen, und ältere gefälschte Nachrichten stehen oft noch im selben Verlauf wie echte. Steht „Post“ oder der Name deiner Bank über der Nachricht, ist das deshalb noch kein Beweis.
Werbung per SMS ist übrigens nur mit deiner vorherigen Einwilligung erlaubt, das regelt § 174 TKG 2021, und der Absender darf seine Identität nicht verschleiern. Unerwünschte Werbe-SMS kannst du beim Fernmeldebüro anzeigen. Wie das bei Anrufen funktioniert, steht bei Werbeanrufe stoppen.
Was tust du mit einer verdächtigen SMS?
- 1
Nichts antippen
Keinen Link öffnen, keinen QR-Code scannen und keine Nummer aus der SMS zurückrufen.
- 2
Selbst nachsehen
Öffne die App der Post, deiner Bank oder von FinanzOnline selbst oder tipp die Adresse von Hand ein. Wartet dort wirklich etwas auf dich, siehst du es auch dort.
- 3
Den Absender prüfen
Eine Rückwärtssuche zeigt, ob die Nummer ein österreichisches Handy, ein VoIP-Anschluss oder eine Auslandsnummer ist und ob sie durch Betrugsmuster auffällt.
- 4
Melden
Bei der RTR-Meldestelle Rufnummernmissbrauch unter rufnummernmissbrauch.at genügt die Nummer oder der Absendername. Die Watchlist Internet nimmt Meldungen über ihr Formular und ihre App entgegen.
- 5
Löschen
Danach die SMS löschen. Auch die RTR empfiehlt, solche Nachrichten zu ignorieren und keinesfalls auf den Link zu klicken.
Link schon angeklickt? Die nächsten Schritte
Nur geöffnet und nichts eingegeben? Dann schließ die Seite, in den meisten Fällen ist noch nichts passiert. Hast du Daten eingegeben, eine App installiert oder eine Zahlung bestätigt, zählt jede Minute.
- Sofort die Bank anrufen und Karte oder Zugang sperren lassen, wenn du Karten- oder Bankdaten eingegeben hast.
- Passwörter ändern, zuerst für Online-Banking und E-Mail, am besten von einem anderen Gerät aus.
- Konten in den nächsten Wochen genau im Auge behalten, denn die Betrüger kennen jetzt deine Kontaktdaten und versuchen es oft erneut.
- Hast du über den Link eine App installiert, schalte das Handy in den Flugmodus, lösch die App und hol dir im Zweifel Hilfe im Fachhandel oder bei deinem Anbieter.
- Anzeige bei der Polizei erstatten, das geht in jeder Polizeidienststelle. Hinweise auf Internetbetrug nimmt auch die Cybercrime-Meldestelle des Bundeskriminalamts unter against-cybercrime@bmi.gv.at entgegen.
Kostenfalle Mehrwert-SMS: Dein Anbieter muss dir auf Wunsch eine kostenlose Sperre für Mehrwertdienste über 20 Cent pro Minute oder pro Ereignis einrichten, etwa pro SMS. Kommen innerhalb eines Monats 10 Euro an Mehrwertkosten zusammen, bekommst du laut RTR eine Warnnachricht.
Häufige Fragen
Soll ich auf eine SMS von einer unbekannten Nummer antworten?
Nein, wenn du den Absender nicht zuordnen kannst. Auch eine höfliche Antwort wie „falsch verbunden“ bestätigt, dass die Nummer aktiv ist und gelesen wird. Blockieren und löschen ist die bessere Wahl.
Ist es gefährlich, eine SMS nur zu öffnen?
Das Öffnen allein ist in der Regel harmlos. Gefährlich wird es, wenn du auf den Link tippst, eine App installierst oder auf der verlinkten Seite Daten eingibst.
Wo melde ich Spam-SMS in Österreich?
Bei der RTR-Meldestelle Rufnummernmissbrauch unter rufnummernmissbrauch.at, dort reicht die Nummer oder der Absendername. Phishing meldest du zusätzlich der Watchlist Internet, unerwünschte Werbe-SMS dem Fernmeldebüro und einen Schaden der Polizei.
Schicken Post, FinanzOnline oder ASFINAG SMS mit Links?
Das Finanzministerium verschickt keine SMS mit Link, und die ASFINAG schickt keine Zahlungsaufforderungen per SMS. Die Post verlangt nie deine Bankdaten, um ein Paket zuzustellen. Eine SMS, die genau das will, ist Betrug.
Ich habe schon geantwortet. Was jetzt?
Kein Grund zur Panik, eine Antwort allein richtet keinen Schaden an. Antworte nicht weiter, blockier die Nummer und rechne mit weiteren Nachrichten, weil deine Nummer jetzt als aktiv gilt.
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Die Prüfung ist privat und dauert etwa 60 Sekunden. Die Person erhält keine Benachrichtigung und erfährt nichts davon.
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