Jobangebot per WhatsApp: Betrug erkennen
Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am
Ein Jobangebot, das ungefragt per WhatsApp, SMS oder Telegram kommt und gutes Geld für einfache Aufgaben wie Produktbewertungen verspricht, ist fast immer Betrug. Laut Watchlist Internet, der österreichischen Plattform gegen Internetbetrug, schreiben die Täter anfangs kleine Provisionen gut und verlangen dann Einzahlungen, meist in Kryptowährung, oder sie wollen dein Bankkonto für Geldwäsche nutzen. Seriöse Arbeitgeber verlangen nie Geld, bevor sie dich bezahlen.
Wie beginnt der Jobbetrug auf WhatsApp?
Entweder aus dem Nichts: Eine unbekannte Nummer schreibt dich direkt an, oder du wirst in eine WhatsApp- oder Telegram-Gruppe hinzugefügt, in der scheinbar viele andere begeistert über den Job reden. Oder über ein gefälschtes Jobportal, auf dem du Namen, Nummer und Alter hinterlassen hast und ein paar Tage später per Messenger kontaktiert wirst. Die Täter geben sich laut Watchlist Internet als regionale Betreuer eines bekannten Unternehmens aus und borgen sich dafür echte Marken, in einem dokumentierten Fall den Onlinehändler Mytheresa, der mit den Jobs nichts zu tun hat.
Neuer sind gefälschte Personalvermittler: Im April 2026 warnte die Watchlist Internet vor der Agentur „Alpentalent“, deren Website die Firmendaten einer echten Vermittlung kopierte. Die angebliche GmbH war in keinem österreichischen Unternehmensregister zu finden, und über angebliche Stellenunterlagen im ZIP-Format kam Schadsoftware auf die Geräte. Welche Jobplattformen als betrügerisch bekannt sind, zeigt die laufend aktualisierte Liste der Watchlist Internet.
Wie funktioniert der Aufgaben-Betrug mit Bewertungen?
- Der Job: Produkte, Apps oder Hotels mit fünf Sternen bewerten. Für jede Aufgabe gibt es angeblich eine Provision, meist rund ein Prozent des Warenwerts.
- Die Plattform: Über einen Link registrierst du dich auf einer Website, auf der Aufgaben und Guthaben laufen, meist in einer Kryptowährung wie USDT.
- Die Testphase: Die ersten Provisionen werden gutgeschrieben, das Guthaben wächst. Das soll zeigen, dass alles echt ist.
- Der Haken: Ein „Sonderauftrag“ bringt dein Guthaben ins Minus. Um weiterzumachen und die höhere Provision zu bekommen, sollst du eigenes Geld über eine Kryptobörse einzahlen. Dafür verlangen die Täter auch Kreditkartendaten und eine Kopie deines Reisepasses.
- Die Spirale: Die Beträge werden größer, ausgezahlt wird nichts. Betroffene berichten laut Watchlist Internet von Verlusten im mittleren fünfstelligen Bereich. Wer neue Leute anwirbt, bekommt Boni, ein klassisches Schneeballsystem.
Die gefährlichere Variante: dein Konto für Geldwäsche
Manche Jobangebote wollen nicht dein Geld, sondern dein Konto. Laut Watchlist Internet suchen Kriminelle auf TikTok, Instagram und Telegram gezielt sogenannte Money Mules: Auf dein Konto kommen fremde Beträge, du überweist sie weiter und behältst eine kleine Provision, im Beispiel der Watchlist 30 von 2.000 Euro. Eine andere Masche tarnt sich als Bewerbungsgespräch, in dem du „zu Testzwecken“ ein Bankkonto eröffnen sollst. Das Konto ist echt, läuft auf deinen Namen und wird danach für Geldwäsche benutzt.
Das Geld stammt aus Betrug, und wer es weiterleitet, kann sich laut Watchlist Internet selbst strafbar machen, wegen Geldwäsche oder wegen einer finanzmarktrechtlichen Verwaltungsübertretung. Geldwäscherei nach § 165 Strafgesetzbuch ist mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bedroht.
Sag sofort ab, wenn du für einen Job ein Konto auf deinen Namen eröffnen, fremdes Geld über dein Konto weiterleiten, fremdes Geld in Bitcoin umwandeln oder Pakete in deinem Namen annehmen und weiterschicken sollst. Diese vier Punkte nennt die Watchlist Internet als klare Zeichen für Geldwäsche.
Echtes Jobangebot oder Betrug?
| Merkmal | Seriös | Betrug |
|---|---|---|
| Erster Kontakt | Du hast dich beworben oder dein Profil auf einer Jobbörse freigegeben | Nachricht aus dem Nichts oder eine Gruppe, zu der du ungefragt hinzugefügt wurdest |
| Auswahl | Ein echtes Bewerbungsgespräch, per Video oder vor Ort | Sofort eingestellt, alles läuft über WhatsApp oder Telegram |
| Geldfluss | Geld fließt nur zu dir | Du sollst einzahlen, Gebühren zahlen oder fremdes Geld weiterleiten |
| Bezahlung | Gehalt auf dein eigenes Konto | Provision in Kryptowährung auf einer Plattform |
| Aufgaben | Eine nachvollziehbare Tätigkeit | Bewertungen, Likes, Testbestellungen oder „ein Konto testen“ |
| Unternehmen | Eine Firma, die du selbst findest und im Firmenbuch prüfen kannst | Ein bekannter Markenname, aber Kontakt nur über Messenger |
Wie prüfst du Absender und Firma?
Such das Unternehmen selbst und ruf unter der Nummer auf dessen eigener Website an, nicht unter der aus dem Chat. Stimmen Impressum und Firmenbuch überein? Warnt die echte Firma womöglich selbst vor Fälschungen, wie es im Fall der kopierten Personalagentur geschah? Auch die Nummer aus dem Chat verrät etwas: Eine Rückwärtssuche zeigt, ob sie ein österreichisches Handy, eine Auslandsnummer oder ein VoIP-Anschluss ist, und was WhatsApp selbst über einen Kontakt anzeigt, steht bei WhatsApp-Nummer herausfinden. Einen Beweis für Ehrlichkeit liefert keine dieser Prüfungen, aber eine Auslandsnummer ohne jede Spur im Namen eines österreichischen Unternehmens passt schlecht zusammen.
Schon eingezahlt oder Daten geschickt?
- Kontakt abbrechen und alle Nummern und Gruppen blockieren. Die Täter haben deine Daten und versuchen es oft erneut.
- Sofort die Bank anrufen und schildern, was passiert ist, auch wenn fremdes Geld über dein Konto gelaufen ist.
- Anzeige in der nächsten Polizeiinspektion erstatten. Wurde ein Konto auf deinen Namen eröffnet, kannst du laut Watchlist Internet so nachweisen, dass du mit den betrügerischen Aktivitäten nichts zu tun hast.
- Hast du eine Pass- oder Ausweiskopie geschickt, rechne mit Identitätsmissbrauch und behalte Konten, Verträge und Post im Auge.
- Den Fall der Watchlist Internet über ihr Formular für betrügerische Jobangebote melden.
Häufige Fragen
Ist jedes Jobangebot per WhatsApp Betrug?
Nicht jedes, aber ein ungefragtes Angebot mit hohem Verdienst für einfache Aufgaben ist es fast immer. Seriöse Arbeitgeber führen ein Bewerbungsgespräch, zahlen Gehalt auf dein Konto und verlangen nie, dass du vorher Geld einzahlst.
Warum wurde mir am Anfang Geld gutgeschrieben?
Das ist der Köder. Die ersten Provisionen sollen Vertrauen schaffen, bevor ein Sonderauftrag dein Guthaben ins Minus bringt und du eigenes Geld einzahlen sollst. Laut Watchlist Internet findet eine Auszahlung der angeblich verdienten Provisionen nie statt.
Mache ich mich strafbar, wenn fremdes Geld über mein Konto gelaufen ist?
Das ist möglich. Laut Watchlist Internet drohen Geld- oder Freiheitsstrafen wegen Geldwäsche oder finanzmarktrechtlicher Übertretungen. Brich den Kontakt sofort ab, informier deine Bank und erstatte selbst Anzeige, damit dokumentiert ist, dass du getäuscht wurdest.
Woher haben die Betrüger meine Nummer?
Manchmal von gefälschten Jobportalen, auf denen man sich mit Nummer und Namen beworben hat, das beschreibt die Watchlist Internet. Woher Unbekannte deine Nummer haben, lässt sich laut RTR im Einzelfall aber meist nicht feststellen.
Wo melde ich einen Jobbetrug?
Anzeige erstattest du in jeder Polizeiinspektion. Die Watchlist Internet hat ein eigenes Formular für betrügerische Jobangebote, und die Nummer kannst du der RTR unter rufnummernmissbrauch.at melden.
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Die Prüfung ist privat und dauert etwa 60 Sekunden. Die Person erhält keine Benachrichtigung und erfährt nichts davon.
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