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Wohnungsbetrug erkennen

Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am

Ein Wohnungsinserat ist verdächtig, wenn die Miete deutlich unter dem Marktpreis liegt, der Vermieter angeblich im Ausland lebt und schon vor der Besichtigung Geld will, etwa als Kaution oder Reservierung, abgewickelt über angebliche Treuhänder wie Airbnb oder Booking.com. Genau vor diesem Muster warnt die Watchlist Internet in Österreich immer wieder. Überweis nichts, bevor du die Wohnung gesehen und einen Mietvertrag mit einer überprüften Person hast.

Wie sieht ein Fake-Wohnungsinserat aus?

Im August 2026 dokumentierte die Watchlist Internet ein typisches Beispiel: 77 Quadratmeter, frisch renoviert, im 7. Wiener Gemeindebezirk, 570 Euro warm. Die angebliche Vermieterin antwortete freundlich, sie arbeite gerade an einem großen Projekt in Bari, wolle mit der Wohnung keinen Gewinn machen und nur einen netten Mieter finden. Die Abwicklung übernehme eine Immobilienagentur, verlangt wurden 800 Euro Kaution. Die Fotos solcher Inserate stammen aus echten Anzeigen, die Wohnung ist nicht zu haben, und nach der Überweisung bricht der Kontakt ab.

Meine Priorität ist nicht, riesige Gewinne zu machen, sondern einen netten Mieter zu finden, der sich um die Wohnung kümmert.

Aus einem gefälschten Inserat, dokumentiert von der Watchlist Internet, August 2026

Laut Watchlist Internet tauchen solche Inserate auf allen gängigen Kanälen auf: auf willhaben, bei ImmoScout24, im Facebook Marketplace und auf den Wohnungsbörsen von ÖH und Universitäten. Dazu wollen die Täter oft Name, Adresse, Telefonnummer und eine Ausweiskopie.

Drei Prüfungen, die ein Wohnungsinserat bestehen muss, bevor Geld fließt
Jede Variante hängt daran, dass Geld vor der Besichtigung fließt.

Die Warnsignale auf einen Blick

  • Der Preis ist deutlich niedriger als bei vergleichbaren Wohnungen in derselben Lage.
  • Der Vermieter lebt im Ausland, ist beruflich eingespannt oder krank und kann deshalb nicht selbst besichtigen.
  • Vor der Besichtigung soll Geld fließen: Kaution, Reservierung oder die erste Miete, laut Watchlist Internet meist ein bis drei Monatsmieten.
  • Airbnb, Booking.com oder vrbo sollen als Treuhänder Zahlung und Besichtigung abwickeln. Diese Plattformen haben mit Langzeitmieten und Wohnungsbesichtigungen nichts zu tun.
  • Die Kommunikation läuft nur per Mail oder Messenger, ein Besichtigungstermin wird immer wieder verschoben.
  • Die Fotos finden sich in anderen Inseraten, mit anderer Adresse oder anderem Preis.

Kann es auch nach einer Besichtigung Betrug sein?

Ja. Die Watchlist Internet berichtete von einer besonders glaubwürdigen Variante: Kriminelle mieten eine Wohnung über Airbnb, stellen sie auf Immobilienportale und führen tatsächlich Besichtigungen durch. Sie treten als Makler eines echten Büros auf, nutzen dessen Logo und legen einen vollständigen Mietvertrag vor. Wer unterschreibt und die Kaution überweist, hört danach nichts mehr. Deshalb: Ruf das Maklerbüro unter einer Nummer an, die du selbst gesucht hast, und frag, ob es diese Wohnung wirklich vermittelt.

Wem die Wohnung gehört, steht im Grundbuch. Einen Grundbuchsauszug bekommst du laut Arbeiterkammer gegen eine Gebühr, und er zeigt, wer Eigentümer der Liegenschaft ist. Passt der Name nicht zu der Person oder Firma, mit der du verhandelst, frag nach, bevor du etwas unterschreibst. Und unterschreib auch ein Mietanbot nicht unter Druck: Nimmt der Vermieter dein Anbot an, ist der Mietvertrag laut Arbeiterkammer bereits abgeschlossen.

Was gilt bei Kaution und Provision?

Seit 1. Juli 2023 gilt in Österreich bei Mietwohnungen das Bestellerprinzip (§ 17a Maklergesetz): Hat der Vermieter den Makler als Erster beauftragt, darf der Makler nur mit dem Vermieter eine Provision vereinbaren. Als Mieter zahlst du deshalb in der Regel keine Maklerprovision mehr, und eine Vorauszahlung auf die Provision ist laut Arbeiterkammer illegal. Wer vor der Besichtigung Provision verlangt, verstößt also gegen die Regeln, und wer eine Kaution für eine Wohnung will, die du nie gesehen hast, folgt dem Muster der Betrüger.

PrüfungSo gehst du vorHier hörst du auf
BesichtigungSelbst oder mit einer Vertrauensperson, mit Vermieter oder Makler vor OrtBesichtigung nur gegen Anzahlung oder gar nicht möglich
FotosInseratsfotos mit einer umgekehrten Bildersuche prüfenDieselben Fotos tauchen mit anderer Adresse oder anderem Preis auf
EigentumGrundbuchsauszug ansehenEigentümer und Gegenüber passen nicht zusammen, und niemand kann es erklären
MaklerDas Büro über die selbst gesuchte Website anrufenDas Büro kennt das Inserat nicht
KontaktdatenNummer und E-Mail-Adresse prüfenFrisch angelegte Mailadresse, Auslandsnummer ohne jede Spur
ZahlungswegKaution erst mit unterschriebenem Mietvertrag an den VermieterZahlung über Airbnb, Booking.com, vrbo oder eine angeblich beauftragte Agentur
Prüfungen, bevor du irgendetwas zahlst

Nummer und E-Mail-Adresse der angeblichen Vermieterin kannst du mit einer Rückwärtssuche und einer E-Mail-Prüfung einordnen, die Inseratsfotos mit der umgekehrten Bildersuche. Keine dieser Prüfungen beweist Ehrlichkeit, aber eine Adresse von letzter Woche, eine Nummer ohne jede Spur und eine Kaution vor der Besichtigung ergeben zusammen ein klares Bild.

Schon gezahlt? Das kannst du tun

  1. Sofort die Bank anrufen, den Betrugsverdacht schildern und fragen, ob die Zahlung gestoppt oder zurückgerufen werden kann.
  2. Beweise sichern: Inserat, Mails, Nachrichten, Zahlungsbelege und alle Kontaktdaten.
  3. Anzeige in der nächsten Polizeiinspektion erstatten. Das ist besonders wichtig, wenn du eine Ausweiskopie geschickt hast, denn die kann für Betrug in deinem Namen verwendet werden.
  4. Das Inserat bei der Plattform melden, damit es verschwindet, bevor der Nächste zahlt, und den Fall der Watchlist Internet über „Scam melden“ schicken.
  5. Rechtliche Fragen zu Mietvertrag, Provision und Kaution klären die Arbeiterkammer und die Mieterberatungsstellen.

Häufige Fragen

Ist eine Kaution vor der Besichtigung üblich?

Nein. Die Watchlist Internet rät, eine Kaution niemals zu überweisen, bevor die Wohnung besichtigt und ein Mietvertrag seriös abgeschlossen wurde. Auch für eine angebliche Reservierung sollte vorab kein Geld fließen.

Der Vermieter lebt im Ausland und will alles über eine Agentur oder Airbnb abwickeln. Kann das echt sein?

Das ist das typische Muster von Fake-Inseraten. Airbnb, Booking.com und vrbo haben mit Langzeitmieten nichts zu tun, und angebliche Agenturen sind laut Watchlist Internet Teil des Betrugs. Zahl nichts, solange du die Wohnung nicht gesehen hast.

Muss ich als Mieter in Österreich Maklerprovision zahlen?

In der Regel nicht mehr. Seit 1. Juli 2023 gilt das Bestellerprinzip: Hat der Vermieter den Makler beauftragt, zahlt er auch die Provision. Eine Vorauszahlung auf die Provision ist laut Arbeiterkammer ohnehin illegal.

Darf ich als Vermieter Wohnungsinteressenten mit StoryCheck prüfen?

Nein. StoryCheck ist keine Auskunftei, und die Ergebnisse dürfen nicht für Entscheidungen über die Vermietung einer Wohnung, über Kredit, Anstellung oder Versicherung verwendet werden. Gedacht ist die Prüfung für den privaten Schutz vor Betrug.

Ich habe eine Ausweiskopie geschickt. Was jetzt?

Erstatte Anzeige bei der Polizei, damit dokumentiert ist, dass die Kopie missbräuchlich verwendet werden könnte. Behalte danach Konten, Verträge und Post genau im Auge, denn laut Bundeskriminalamt fällt Identitätsmissbrauch oft erst spät auf.

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Die Prüfung ist privat und dauert etwa 60 Sekunden. Die Person erhält keine Benachrichtigung und erfährt nichts davon.

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