Unterdrückte Nummer herausfinden: Was möglich ist und was nicht
Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am
Eine unterdrückte Nummer lässt sich in der Schweiz nicht einfach sichtbar machen: Die Verordnung über Fernmeldedienste verbietet den Anbietern, sie anderen Kundinnen und Kunden anzuzeigen, und das kann weder eine App noch eine Rückwärtssuche umgehen, auch StoryCheck nicht. Du kannst anonyme Anrufe aber sperren. Und bei belästigenden Anrufen muss dir dein Anbieter auf einen schriftlichen, begründeten Antrag hin mitteilen, von welchem Anschluss sie kamen, soweit die Daten vorhanden sind.
Warum kann man eine unterdrückte Nummer nicht einfach sehen?
Die Rufnummernunterdrückung ist in der Schweiz ein Recht. Nach Art. 84 der Verordnung über Fernmeldedienste (FDV) müssen die Anbieter sie einfach und kostenlos anbieten, für einzelne Anrufe oder dauerhaft. Im selben Artikel steht, dass anderen Kundinnen und Kunden die Nummer eines Anrufers, der die Unterdrückung gewählt hat, nicht angezeigt werden darf. Ausnahmen gibt es etwa für Notrufdienste. Für dich heisst das: Es gibt keinen legalen Trick, keinen Code und keine App, mit der du als Privatperson eine unterdrückte Nummer sichtbar machst.
Auch StoryCheck kann eine unterdrückte Nummer nicht sichtbar machen. Eine Rückwärtssuche braucht immer eine Nummer als Ausgangspunkt. Sobald du eine hast, etwa aus einem Rückruf, einer SMS oder einer Sprachnachricht, lässt sie sich prüfen.

Was bedeutet «Unbekannt» oder «Anonym» auf dem Display?
| Was du siehst | Was meist dahintersteckt | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| «Unbekannt», «Anonym» oder «Private Nummer», je nach Handy | Der Anrufer hat die Rufnummernunterdrückung eingeschaltet, etwa eine Praxis, eine Behörde oder eine Privatperson | Abnehmen oder abwarten, ob eine Nachricht kommt |
| Dieselbe Anzeige bei einem verdächtigen Anruf | Seit 2026 möglich: Dein Anbieter hat bei einem Anruf aus dem Ausland eine gefälschte Schweizer Nummer entfernt | Nichts tun. Der Anruf soll bewusst nicht zurückrufbar sein |
| Ein Bekannter mit Schweizer Handy, der im Ausland unterwegs ist | In Einzelfällen erscheint auch ein echter Anruf ohne Nummer, weil der Schutz ihn nicht von einem gefälschten unterscheiden kann | Per Nachricht nachfragen |
| Werbeanruf ohne Nummer | Unlauter: Werbeanrufe müssen eine eingetragene Nummer anzeigen (Art. 3 Abs. 1 lit. v UWG) | Beim SECO melden, Auskunft beim Anbieter verlangen |
| Stumme, beleidigende oder bedrohliche Anrufe | Belästigung | Protokoll führen, Polizei, Auskunft nach Art. 82 FDV |
Wie sperrst du anonyme Anrufe?
- Swisscom: In My Swisscom kannst du anonyme Anrufe und Anrufe ohne Ursprungsnummer blockieren, seit Oktober 2025 auch auf dem Handy. Dazu kommt eine persönliche Sperrliste mit bis zu 200 Nummern.
- Salt: Der standardmässig aktive Filter gegen unlautere Werbung berücksichtigt unter anderem Anrufer mit maskierter Nummer oder falschem Nummernformat.
- Auf dem iPhone: In den Einstellungen der Telefon-App kannst du unbekannte Anrufer stummschalten. Anrufe von Nummern, die nicht in deinen Kontakten stehen, landen dann auf der Combox oder Mailbox und erscheinen in der Anrufliste.
- Auf Android: In der Telefon-App findest du meist unter «Blockierte Nummern» eine Option, Anrufe von unbekannten oder privaten Nummern zu blockieren. Die Bezeichnung hängt vom Hersteller ab.
- Bedenke: Wer anonyme Anrufe sperrt, verpasst auch echte, etwa von einer Praxis, die ihre Nummer unterdrückt.
Wann muss dein Anbieter den Anrufer nennen?
Bei belästigenden Anrufen gibt es in der Schweiz einen klaren Weg über den Anbieter. Nach Art. 82 FDV musst du schriftlich glaubhaft machen, dass du missbräuchlich angerufen worden bist oder unlautere Werbung erhalten hast. Dann muss dir dein Anbieter, soweit vorhanden, Datum, Zeit und Dauer der Anrufe sowie Namen und Adressen der Kundinnen und Kunden mitteilen, von deren Anschlüssen die Anrufe kamen, auch wenn die Nummer unterdrückt war. Das gilt auch, wenn der Anrufer bei einem anderen Anbieter ist. Lassen sich die Daten nicht rückwirkend ermitteln und gehen die Anrufe weiter, muss der Anbieter sie künftig sammeln.
- 1
Anrufe protokollieren
Notier für jeden Anruf Datum, Uhrzeit, Dauer, die Anzeige auf dem Display und was gesagt wurde. Ohne genaue Zeiten kann der Anbieter die Verbindungen nicht finden.
- 2
Bei Drohungen zuerst zur Polizei
Wirst du bedroht, belästigt oder verfolgt, meldest du das zuerst der Polizei, im Notfall über 117. Eine Strafanzeige hilft auch beim Antrag an den Anbieter.
- 3
Antrag beim Anbieter stellen
Die Anbieter haben dafür Formulare. Bei Sunrise zum Beispiel sind grundsätzlich mindestens drei Anrufe innert 30 Tagen nachzuweisen; bei weniger Anrufen reicht die Kopie einer Strafanzeige. Sunrise verlangt eine Bearbeitungsgebühr von 70 Franken, unabhängig vom Ergebnis (Stand 2026).
- 4
Die Grenzen kennen
Laut Sunrise klappt die Auskunft nicht, wenn die Anrufe nicht angenommen wurden, länger als drei Monate zurückliegen, von einer ungenügend registrierten Prepaid-Nummer oder aus dem Ausland kamen.
Sind Werbeanrufe mit unterdrückter Nummer erlaubt?
Nein, ein Werbeanruf ohne Nummer ist in der Schweiz schon deshalb unlauter. Seit dem 1. Januar 2021 verbietet das UWG Werbeanrufe, bei denen keine Nummer angezeigt wird, die im Telefonverzeichnis eingetragen ist und die der Anrufer nutzen darf (Art. 3 Abs. 1 lit. v UWG). Solche Anrufe kannst du beim SECO melden, und auch hier hilft der Auskunftsantrag nach Art. 82 FDV, der ausdrücklich für unlautere Werbung gilt. Wie du Werbeanrufe insgesamt loswirst, steht im Ratgeber Werbeanrufe stoppen.
Und wenn der Anrufer doch eine Nummer hinterlässt?
Dann hast du einen Ausgangspunkt. Ruft dieselbe Person später mit sichtbarer Nummer an, schreibt eine SMS oder hinterlässt eine Rückrufnummer, zeigt eine Rückwärtssuche den möglichen Inhaber, die Anschlussart, die Region und, wenn sichtbar, das WhatsApp-Profilbild, ohne dass die Person davon erfährt. Wie du eine Nummer einordnest, die immer wieder anruft, erklärt Wer hat angerufen?, und was eine Handynummer verrät, Wem gehört die Handynummer?
Häufige Fragen
Kann ich eine unterdrückte Nummer selbst zurückverfolgen?
Nein. Die Anbieter dürfen dir die Nummer nicht anzeigen, und keine App oder Suche kann das umgehen. Bei missbräuchlichen Anrufen oder unlauterer Werbung kannst du aber beim Anbieter schriftlich Auskunft nach Art. 82 FDV verlangen, und bei Drohungen hilft die Polizei.
Gibt es eine App, die unterdrückte Nummern anzeigt?
Nein, jedenfalls keine, die das in der Schweiz legal und zuverlässig kann. Die Anbieter dürfen die Nummer nicht anzeigen, also kann sie auch keine App auf deinem Handy auslesen. Auch StoryCheck kann sie nicht sichtbar machen, sondern prüft nur Nummern, die du bereits hast.
Warum steht bei manchen Anrufen aus dem Ausland «Unbekannt»?
Seit 2026 entfernen die Schweizer Anbieter bei Anrufen aus dem Ausland, die eine Schweizer Nummer vortäuschen, die Nummer oder blockieren den Anruf, bei Festnetznummern seit Januar, bei Handynummern seit Juli 2026. Ein solcher Anruf erscheint dann ohne Nummer. In Einzelfällen trifft das auch einen echten Anruf von jemandem mit Schweizer Handy im Ausland.
Ist ein Werbeanruf mit unterdrückter Nummer erlaubt?
Nein. Seit 2021 müssen Werbeanrufe in der Schweiz eine Nummer anzeigen, die im Telefonverzeichnis eingetragen ist und die der Anrufer nutzen darf. Ein anonymer Werbeanruf ist unlauter, und du kannst ihn beim SECO melden.
Was kostet eine Auskunft über belästigende Anrufe?
Das legt der Anbieter fest. Sunrise zum Beispiel verlangt 70 Franken pro Antrag, unabhängig vom Ergebnis (Stand 2026). Frag bei deinem Anbieter nach dem Formular für missbräuchliche Anrufe.
Verwandte Ratgeber
Finde heraus, wer wirklich hinter der Nummer steckt
Die Prüfung ist privat und dauert etwa 60 Sekunden. Die Person erhält keine Benachrichtigung und erfährt nichts davon.
Nummer jetzt prüfen