Unterdrückte Nummer herausfinden: Was geht, was nicht und was hilft
Vom StoryCheck Team · 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am
Eine unterdrückte Nummer kannst du in Deutschland nicht selbst sichtbar machen, weder per Rückruf noch mit einer App oder einer Rückwärtssuche, auch nicht mit StoryCheck. Wer anruft, hat das gesetzlich geschützte Recht, seine Nummer zu unterdrücken. Bei bedrohenden oder belästigenden Anrufen gibt es aber einen legalen Weg, die Fangschaltung bei deinem Telefonanbieter, und alle anderen anonymen Anrufe darfst du einfach abweisen.

Warum steht „Unbekannt“ oder „Anonym“ auf dem Display?
Meist hat der Anrufer seine Nummer unterdrückt, und das ist sein gutes Recht: Nach § 15 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) müssen Anbieter die Möglichkeit bieten, die Rufnummernanzeige dauerhaft oder für jeden Anruf einzeln zu unterdrücken, einfach und unentgeltlich. Je nach Handy siehst du dann etwa „Unbekannt“ oder „Anonym“.
Es gibt einen zweiten, weniger bekannten Grund. Seit dem 1. Dezember 2022 dürfen Anrufe, die aus ausländischen Netzen nach Deutschland kommen, keine deutsche Rufnummer als Absender anzeigen. Kommt ein solcher Anruf mit deutscher Nummer an, wird die Anzeige laut Bundesnetzagentur unterdrückt, und du siehst eine unbekannte Nummer oder „anonym“. Ausgenommen sind deutsche Handys, die im Ausland unterwegs sind. Ein anonymer Anruf kann also auch aus dem Ausland stammen, obwohl eigentlich eine deutsche Nummer angezeigt werden sollte.
Kann man eine unterdrückte Nummer herausfinden?
Nicht auf eigene Faust. Die Nummer wird im Netz zurückgehalten, bevor der Anruf dein Handy erreicht; dein Gerät bekommt sie gar nicht erst zu sehen. Deshalb kann auch keine App und keine Rückwärtssuche sie anzeigen, und Angebote, die das versprechen, sind unseriös. Die echten Wege führen über deinen Telefonanbieter und über die Polizei.
| Weg | Zeigt er die Nummer? | Wann er sinnvoll ist |
|---|---|---|
| Rückruftaste oder Anrufliste | Nein | Gar nicht: Ohne Nummer gibt es nichts zurückzurufen |
| App, die unterdrückte Nummern „enttarnen“ will | Nein | Nie: Dein Handy bekommt die Nummer nicht übermittelt |
| Rückwärtssuche, auch StoryCheck | Nein | Erst, wenn der Anrufer später mit Nummer anruft, schreibt oder eine Rückrufnummer hinterlässt |
| Mailbox | Manchmal, wenn Anrufer Name oder Rückrufnummer nennen | Immer, als erster Filter |
| Fangschaltung beim Anbieter | Ja, für künftige Anrufe, mit Name und Anschrift des Anschlussinhabers | Bei bedrohenden oder belästigenden Anrufen |
| Anzeige bei der Polizei | Ermittler können Verkehrsdaten anfordern | Bei Bedrohung, Nachstellung oder Betrug |
Wie funktioniert eine Fangschaltung?
Die Fangschaltung, heute auch Malicious Call Identification genannt, ist der gesetzlich geregelte Weg, anonyme Drohanrufe und Belästigungen zurückzuverfolgen. Rechtsgrundlage ist § 14 TDDDG. So läuft sie ab:
- 1
Anrufe dokumentieren
Notiere Datum, Uhrzeit und Inhalt jedes Anrufs. Damit kannst du schlüssig darlegen, dass bedrohende oder belästigende Anrufe bei dir ankommen.
- 2
Schriftlich beantragen
Den Antrag stellst du bei deinem eigenen Telefonanbieter. Als Belästigung nennt die Datenschutzaufsicht des Bundes (BfDI) etwa eine telefonische Beleidigung, als Bedrohung zum Beispiel die Androhung körperlicher Gewalt.
- 3
Nur für die Zukunft
Die Fangschaltung erfasst nur Anrufe nach deinem Antrag, rückwirkend geht es nicht. Sie gilt für Telefonate und Faxe, nicht für SMS oder E-Mails.
- 4
Das Ergebnis
Der Anbieter nennt dir, auch netzübergreifend, die Rufnummern, Namen und Anschriften der Anschlussinhaber sowie Datum und Uhrzeit der Anrufe. Der ermittelte Anschlussinhaber wird in der Regel nachträglich darüber informiert.
- 5
Kosten vorher klären
Laut Bundesnetzagentur ist die Fangschaltung kostenpflichtig. Frag vorab bei deinem Anbieter nach.
Bei akuter Bedrohung wartest du nicht auf eine Fangschaltung: Wähl die 110. Wiederholte Anrufe, mit denen dich jemand gegen deinen Willen verfolgt, können als Nachstellung strafbar sein (§ 238 StGB).
Kann die Polizei anonyme Anrufer ermitteln?
Ja, wenn eine Straftat im Raum steht. Wurde eine Straftat mittels Telekommunikation begangen, dürfen die Ermittlungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen Verkehrsdaten erheben (§ 100g StPO). Das kann etwa bei Drohungen, Nachstellung oder Betrug am Telefon der Fall sein. Beeil dich mit der Anzeige: Verkehrsdaten werden laut Bundesnetzagentur in der Regel nach sieben Tagen gelöscht. Anzeige erstatten kannst du bei jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewache deines Bundeslandes.
Wie weist du anonyme Anrufe ab?
Du musst anonyme Anrufe nicht annehmen. Dasselbe Gesetz, das Anrufern das Unterdrücken erlaubt, gibt dir das Recht, Anrufe mit unterdrückter Nummer einfach und unentgeltlich abzuweisen (§ 15 Abs. 1 TDDDG). Frag deinen Anbieter nach dieser Funktion oder richte die Sperre im Router oder im Handy ein. Viele Smartphones können Anrufe von unbekannten Nummern außerdem stummschalten und direkt zur Mailbox leiten.
Werbeanrufe mit unterdrückter Nummer sind übrigens verboten: Wer zu Werbezwecken anruft, darf seine Nummer nach § 15 Abs. 2 TDDDG nicht unterdrücken, sonst droht ein Bußgeld von bis zu 300.000 Euro. Wie du solche Anrufe meldest, steht im Ratgeber Werbeanrufe stoppen.
Wann hilft StoryCheck, und wann nicht?
Klar gesagt: StoryCheck kann keine unterdrückte Nummer sichtbar machen, und kein seriöser Dienst kann das. Anonyme Anrufer bleiben aber nicht immer anonym. Manche rufen später mit sichtbarer Nummer an, schicken eine SMS oder WhatsApp-Nachricht oder sprechen eine Rückrufnummer auf die Mailbox. Genau dann hilft eine Rückwärtssuche: Sie zeigt Anschlussart, Netzbetreiber, Region, ob die Nummer bei WhatsApp aktiv ist, öffentliche Profile, Betrugssignale und, wenn verfügbar, einen möglichen Namen. Der Anrufer erfährt davon nichts.
Wie du sichtbare Nummern richtig einordnest, erklärt Wer hat mich angerufen?, und wenn eine Nummer immer wieder anruft, hilft Wer ruft mich ständig an?.
Häufige Fragen
Kann ich eine unterdrückte Nummer zurückrufen?
Nein. Bei einem Anruf mit unterdrückter Nummer wird dir keine Nummer übermittelt, also gibt es nichts zurückzurufen. Wer dich wirklich erreichen will, hinterlässt in der Regel eine Nachricht auf der Mailbox oder versucht es erneut.
Gibt es eine App, die unterdrückte Nummern anzeigt?
Nicht auf seriösem Weg. Die Nummer wird im Netz zurückgehalten und erreicht dein Handy gar nicht. Apps, die etwas anderes versprechen, solltest du meiden.
Wie beantrage ich eine Fangschaltung?
Schriftlich bei deinem Telefonanbieter. Du musst schlüssig darlegen, dass du bedrohende oder belästigende Anrufe bekommst. Die Fangschaltung gilt nur für künftige Anrufe, ist kostenpflichtig und liefert dir Nummer, Name und Anschrift des Anschlussinhabers.
Darf ein Werbeanruf mit unterdrückter Nummer kommen?
Nein. Bei Werbeanrufen ist die Rufnummernunterdrückung nach § 15 Abs. 2 TDDDG verboten, und die Bundesnetzagentur kann Bußgelder bis 300.000 Euro verhängen. Kennst du das Unternehmen, kannst du den Anruf auch ohne angezeigte Nummer bei der Bundesnetzagentur melden.
Kann die Polizei herausfinden, wer anonym angerufen hat?
Bei einer Straftat, etwa einer Bedrohung, können Ermittler Verkehrsdaten anfordern. Weil diese Daten in der Regel nach sieben Tagen gelöscht werden, solltest du schnell Anzeige erstatten, vor Ort oder über die Onlinewache.
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